TES Technische Sicherheit - Gefahrgutumschließungen
Site-Navigation: Über TES | © Impressum | Glossar | Stichworte A-Z | Sitemap | Suche | English
Bundesadler


Herstellung und Qualitätssicherung

Beispiele für Kunststoffverpackungen
Foto: BAM

1. Worum geht's?

Es geht um die Zulassungsvoraussetzungen für die Herstellung von Gefahrgutverpackungen. Dafür sind von der BAM festgelegte Anforderungen für die Eigenüberwachung der Herstellung sowie deren Überwachung durch Dritte zu erfüllen.

Hersteller

Natürliche oder juristische Person, die Verpackungen an einer oder mehreren Herstellungsstätte(n) herstellt und die Verantwortung für die Einhaltung der Festlegungen der Bauartzulassung trägt sowie zur Kennzeichnung von Gefahrgutverpackungen verpflichtet ist.

Herstellung

Die Herstellung/ Fertigung umfasst die Umwandlung von Rohmaterial und/oder Halbzeugen und Assemblierung von Bauteilen zu Verpackungen.

Hierzu zählen auch die Wiederaufarbeitung und Rekonditionierung von Verpackungen und sinngemäß entsprechende Maßnahmen bei Großverpackungen sowie die Wiederaufarbeitung und Reparatur von IBC und deren regelmäßige Wartung, es sei denn, die Wartung erfolgt durch den Eigentümer des IBC, dessen Sitz, Staat und Name oder dessen Zeichen dauerhaft auf dem IBC angebracht sind. Sie kann auch Tätigkeiten von Verpackern betreffen, sofern wesentliche Herstellungsschritte in Verbindung mit dem Verpacken erfolgen.

Die Herstellung von Verpackungen nach deutschen Bauartzulassungen im Ausland unterliegen den Regelungen der BAM-GGR 001.

Herstellungsstätte

Standortbezogene Anlage, die ihre Qualifikation in Verbindung mit der Erteilung einer Bauartzulassung durch die BAM nachgewiesen hat. Die Qualifikation schließt die erforderlichen Maschinen und Einrichtungen, die zur Herstellung von Verpackungen genutzt werden sowie das zugeordnete Personal ein.

Qualitätssicherung

Die 2 Säulen der Qualitätssicherung sind:


top

2. Zulassungsvoraussetzungen für die Herstellung von Gefahrgutverpackungen

Um eine Verpackung als Gefahrgutverpackung zu qualifizieren, müssen folgende Bedingungen eingehalten werden:

  1. Die Verpackung muss eine Bauartprüfung bestanden haben
  2. Der Hersteller muss über ein von der BAM anerkanntes Qualitätssicherungsprogramm (QSP) verfügen
  3. Der Hersteller muss einen Überwachungsvertrag mit der BAM bzw. einer von der BAM anerkannten Stelle abgeschlossen haben
    • Vor der ersten Warenauslieferung muss eine erstmalige Überwachung stattgefunden haben

Diese 3 Bedingungen sind die Grundvorausetzungen für die Erteilung einer Zulassung durch die BAM. Ohne eine Zulassung dürfen Gefahrgutverpackungen nicht hergestellt werden.

Beachten Sie bitte, dass der Hersteller nicht zwingend auch der Zulassungsschein-Inhaber sein muss!

Der Zulassungsschein-Inhaber kann die zugelassene Verpackung bei beliebig vielen Herstellern fertigen lassen. Diese jedoch müssen


top

3. Anerkennung von Qualitätssicherungsprogrammen (QSP)

3.1 Welche Unternehmen benötigen ein von der BAM anerkanntes QSP?

  1. Unternehmen, die Verpackungen herstellen, wiederaufarbeiten, oder rekonditionieren
  2. Unternehmen, die Großpackmitteln (IBC) herstellen, wiederaufarbeiten oder reparieren.
  3. Unternehmen, die Großpackmitteln (IBC) regelmäßig warten können ein QSP beantragen
  4. Unternehmen, die Großverpackungen herstellen und vergleichbare Maßnahmen an Großverpackungen durchführen

3.2 Anforderungen an ein QSP

Die Mindestanforderungen an das Qualitätssicherungsprogramm, dessen Anerkennung und Anwendung wurde in Zusammenarbeit mit den Verbänden und Gütegemeinschaften entwickelt.

Beschrieben wird das Verfahren in der BAM-GGR-001 und ihren Anhängen.

3.3 Erforderliche Unterlagen für die Anerkennung des QSP

Die erforderlichen Unterlagen finden Sie unter "Amtliche Mitteilungen".

Falls die Anerkennung auf Basis einer 9001-Zertifizierung erfolgen soll:

Die Anerkennung des QSP wird von der BAM durchgeführt:

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Qualitätssicherung und Informationsmanagement
12200 Berlin

Die Anerkennung ist kostenpflichtig. Die Herstellungsstätte erhält einen Anerkennungsschein.


top

4. Überwachung der Herstellung

4.1 Bei welchen Unternehmen muss die Herstellung überwacht werden?

  1. Unternehmen, die Verpackungen herstellen, wiederaufarbeiten, oder rekonditionieren
  2. Unternehmen, die Großpackmitteln (IBC) herstellen, wiederaufarbeiten oder reparieren.
  3. Unternehmen, die Großpackmitteln (IBC) regelmäßig warten können ein QSP beantragen
  4. Unternehmen, die Großverpackungen herstellen und vergleichbare Maßnahmen an Großverpackungen durchführen

4.2 Auditierung des QSP und Durchführung von Überwachungsprüfungen

Um sicherzustellen, dass das QSP auch eingehalten wird, muss der Hersteller einen Überwachungsvertrag mit der BAM bzw. mit einer von der BAM anerkannten Überwachungsstelle schließen.

Die Auditierung des QSP erfolgt in der Regel alle 3 Jahre und ist kostenpflichtig. Die Kosten werden zwischen Überwacher und Hersteller vereinbart. Die Re-Auditierung sollte rechtzeitig vor blauf der QSP-Anerkennung erfolgen (siehe 3.3).

Ein weiteres Element der Herstellungsüberwachung sind die Überwachungsprüfungen, die in der Regel einmal jährlich bei jedem in der Zulassung genannten Hersteller durchgeführt werden müssen und ebenfalls kostenpflichtig sind.

Die Audits und die Überwachungsprüfungen werden von der BAM oder einer von ihr anerkannten Überwachungsstelle durchgeführt.

Bei der Auswahl der Überwachungsstelle ist darauf zu achten, dass sie für die entsprechenden Kompetenzgruppen anerkannt ist.

Anerkannte Überwachungsstellen
Ausländische Überwachungsstellen (MoU)


top

5. Rekonditionierung

Als Nachweis der Qualifikation von Rekonditionierbetrieben durch ein von der BAM anerkanntes Qualitätssicherungsprogramm (QSP) für die Rekonditionierung von Verpackungen zur Beförderung gefährlicher Güter legt die BAM in Abstimmung mit diesen Betrieben ein Kurzzeichen fest, das in die vorgeschriebene zusätzliche Kennzeichnung aufzunehmen ist.

Die Rekonditionierung umfasst folgende Tätigkeiten an Verpackungen:
a) für ein Metallfass:
(i) vollständige innere und äußere Reinigung und
(ii) herstellen der ursprüngliche Form, Austausch aller Dichtungen, die nicht integrierter Teil der Verpackung sind und
(iii) Kontrolle auf Mängelfreiheit nach der Reinigung aber vor dem erneuten Anstrich – Aussortierung mängelbehafteter Verpackungen
b) für ein Fass oder Kanister aus Kunststoff:
(i) vollständige innere und äußere Reinigung
(ii) Austausch alle Dichtungen, die nicht integrierter Teil der Verpackung sind
(iii) Kontrolle auf Mängelfreiheit nach der Reinigung – Aussortierung mängelbehafteter Verpackungen
(nicht integrierte Teile der Verpackung, sind die Bestandteile, die ohne Beschädigung der Verpackung ausgetauscht werden; z. B. ist der Austausch von eingeklebten oder geschäumten Deckeldichtungen zulässig)

Hinweise:

In der nachstehenden Tabelle sind diejenigen Betriebe aufgeführt, deren Fertigung vorschriftsgemäß überwacht wird, außerdem sind Angaben zum QSP der Betriebe enthalten.

Anerkannte Unternehmen für die Rekonditionierung von Verpackungen gemäß BAM-GGR 001


top

6. Reparatur von Großpackmitteln (IBC) gemäß BAM-GGR 001

Reparaturen an IBC umfassen u.a. folgenden Tätigkeiten:
a) Wiederherstellung des Packmittelkörpers von IBC z.B. bei Anzeichen verminderten Festigkeit, so dass sie wieder der geprüften Bauart entsprechen und in der Lage sind, den Bauartprüfungen standzuhalten
b) Ersetzen des starren Innenbehälters eines Kombinations-IBC durch einen den ursprünglichen Spezifikationen der Zulassung entsprechenden Behälter

Hinweise:

In der nachstehenden Tabelle sind diejenigen Betriebe aufgeführt, die gemäß BAM-GGR 001 für die Reparatur von IBC anerkannt sind.

Anerkannte Unternehmen für die Reparatur von Großpackmitteln (IBC) gemäß BAM-GGR 001


top

7. Regelmäßige Wartung von Großpackmitteln (IBC) gemäß BAM-GGR 001

Die regelmäßige Wartung an IBC umfasst folgende Tätigkeiten:
a) Reinigung;
b) Entfernen und Wiederanbringen oder Ersetzen der Verschlüsse des Packmittelkörpers (einschließlich der damit verbundenen Dichtungen) oder der Bedienungsausrüstung entsprechend den ursprünglichen Spezifikationen des Herstellers, vorausgesetzt, die Dichtheit des IBC wird überprüft; d. h. Ersatz nicht integrierter Bestandteile, durch Bestandteile, die der ursprünglichen Spezifikation des Herstellers entsprechen oder
c) Wiederherstellen der baulichen Ausrüstung, die nicht direkt die Funktion hat, ein gefährliches Gut einzuschließen oder einen Entleerungsdruck aufrechtzuerhalten, um eine Übereinstimmung mit der geprüften Bauart herzustellen (z.B. Richten der Stützfüße oder der Hebeeinrichtungen), vorausgesetzt, die Behältnisfunktion des IBC wird nicht beeinträchtigt; d. h. Wiederherstellen der baulichen Ausrüstung, die keine direkte Rückhaltefunktion hat.

ADR/RID 4.1.2.4: Mit Ausnahme der Fälle, in denen die regelmäßige Wartung eines metallenen IBC, eines starren Kunststoff-IBC, eines Kombinations-IBC oder eines flexiblen IBC durch den Eigentümer des IBC durchgeführt wird, dessen Sitzstaat und Name oder zugelassenes Zeichen dauerhaft auf dem IBC angebracht sind, muss die Stelle, welche die regelmäßige Wartung eines IBC durchführt, auf dem IBC in der Nähe der UN-Bauartkennzeichnung des Herstellers folgende dauerhafte Kennzeichnung anbringen:
a) der Staat, in dem die regelmäßige Wartung durchgeführt wurde, und
b) der Name oder das zugelassene Zeichen der Stelle, die die regelmäßige Wartung durchgeführt hat.

Hinweise:

In der nachstehenden Tabelle sind diejenigen Unternehmen aufgeführt, deren QSP für die regelmäßige Wartung von Großpackmitteln (IBC) gemäß BAM-GGR 001 anerkannt ist.

Anerkannte Unternehmen für die regelmäßige Wartung von Großpackmitteln (IBC)


top

8. Siehe auch (TES-interne Links)


top
2017-06-07
Schriftzug TES (Link zur TES-Startseite)
Technische Sicherheit - Gefahrgutumschließungen
Datenbanken

Verpackungs-Recherche
Deutsche Zulassungen von Gefahrgutverpackungen

Datenbank GEFAHRGUT
Transportplanung inkl. Beförderungspapiere